Sieger Köder

* 3. Januar 1925

 

3.01.1925 in Wasseralfingen geboren
1931-1935 Volksschule in Wasseralfingen
1935-1943 Gymnasium Ellwangen/Jagst
1943-1945 Arbeitsdienst, Wehrmacht, Gefangenschaft
1946-1947 Studium an der Höheren Fachschule für Edelmetalle
1947-1951 Studium an der Kunstakademie Stuttgart
1951-1952 Studium der Anglistik an der Universität
1953 Referendar in Stuttgart
1954-1965 Kunsterzieher am Schubart-Gymnasium in Aalen
1965-1970 Studium der Philosophie und Theologie an der Universität Tübingen und München
1971 Priesterseminar Rottenburg, Priesterweihe
1971-1975 Vikar in Ulm
1975-1995 Pfarrer in Hohenberg und Rosenberg

 

Sieger Köder ist ein typischer Schwabe, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt und jedem Streit aus dem Weg geht. Pater Schmidkonz, der mit ihm studierte, meinte: „Sieger Köder wäre nie auf den Gedanken gekommen, eine Frau zu fragen, ob sie ihn heiraten wolle. Er hätte vielmehr gewartet, bis ihn eine Frau fragen würde, um dann zu antworten: „Moinsch?“

Manche nennen Sieger Köder den „schwäbischen Chagall“, aber mit ihm würde sich Köder nicht vergleichen, nicht weil er Chagall nicht mag, sondern weil er viel zu bescheiden ist.

Sieger Köder ist bekannt geworden vor allem durch seine religiösen Bilder. „Ich kann auch mit Bildern predigen“, sagt er selbst. Sogar eine ganze Bibel hat er mit Bildern ausgestattet. Auch Altäre und Kirchenwände hat er bemalt und viele Kirchenfenster gestaltet. Seine Gemälde sind reich an Farben. Obwohl viele biblische Themen zeigen, hat er keine Heiligenbildchen gemalt, sondern in seinen Bildern ist eine Mischung von Ernst, Nachdenklichkeit und Hoffnung. In ihnen verbindet sich Kunst und Theologie, Glaube und Leben. Auch mit Sterben und Tod setzt er sich auseinander. Doch dem Pfarrer und Maler stehen  ebenso Clowns, Harlekine, Narren und Gaukler nahe. Ihre melancholischen Gesichter hat er oft gemalt, während ihre Kostüme in leuchtend bunten Farben Fröhlichkeit vorgaukeln. Ein Bild hat den Titel „Der Mund kann lachen, wenn das Herz auch traurig ist.“

Alle diese Kunstwerke hat Sieger Köder neben dem Pfarrerberuf geschaffen. Manchmal arbeitete er Nächte hindurch, bis zum körperlichen Zusammenbruch. In diesem Jahr, in dem er seinen siebzigsten Geburtstag feierte, fanden verschiedene Ausstellungen statt. Allein die Ausstellung in Aalen wurde von über 18 500 Personen besucht.

Wichtige Werke:
Ölbilder zu biblischen Themen, Harlekine, Landschaftsbilder
Altäre in Wasseralfingen, Rosenberg
Kreuzweg in Rosenberg
Kirchenfenster in Wasseralfingen, Ebnat, Ellwangen, Hohenberg, Palestrina (Italien)

Ähnlich wie bei Marc Chagall ist bei Sieger Köder eine strenge Bildordnung zu erkennen. Wie er verwendet er intensive, leuchtende Farben. Einer besonderen Stilrichtung kann er noch nicht zugeordnet werden. Seine Bilder sind hauptsächlich von seinen persönlichen Erinnerungen und Eindrücken geprägt.

 

© 1995 Eva Schäfer

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